Jess Jochimsen / Kritiken

Jess Jochimsens ethnologische Betrachtung des Landes bringt etwas vom "eigentlichen Deutschland" ans Licht, das wir sehen und meist übersehen. Es ist bizarr und grotesk und aberwitzig... Grandios: Es ist ganz wie wir. In diesem Buch wohnt die Dämonie des Normalen.
Roger Willemsen

Diese Gelassenheit. Tibetanisch. Grotesk. Das Wunderbare an diesem Anti-Rampensau-Tum: Jedes seiner Worte kommt an - ungefiltert. Fein-, tief-, scharfsinnig analysiert Jochimsen die "allgemeine Lage". Da wird sich nicht grobschlächtig vorangekalauert, nicht brachial gewitzelt. Meistens aber ist das Jochimsens Weg, aus 100 Bühnen-Minuten ein Gesamtkunstwerk zu machen. Konzert, Diashow, Lesung Kabarett - moderne Kleinkunst zu Größerem Berufen.
Münchner Merkur

Jochimsen versteckt seine Pointen wie Ostereier: Wenn man sie findet, freut man sich von Herzen - und wenn man drauftritt, tut es einem in der Seele weh.
Allgemeine Zeitung Mainz

Jess Jochimsen ist eine originäre Begabung mit beachtlicher professioneller Ausstrahlung. Überhaupt versteht Jochimsen, das Politische aus dem Alltäglichen zu entwickeln. Dabei beweist der Kabarettist neben der genauen politischen Analyse prägnante parodistische Fähigkeiten.
Berliner Morgenpost

Jochimsen macht etwas, auf das man nicht gefasst ist. Eine Form, die sich weigert, nur auf der Fettschicht von alberner Oberflächlichkeit zu schwimmen.
taz

Mit rasantem Tempo und erstaunlicher Bandbreite jagt er durch sein zweistündiges Programm. Bissige Statements, schnelles Gequassel und gereimte Sprüche wechseln sich ab mit sinnig umgetexteten Gitarrensongs. Jochimsens große Stärke sind Rollenspiel und Spontaneität. Bemerkungen aus dem Publikum werden schlagfertig gekontert oder weitergesponnen.
FAZ

Kabarett auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. Jess Jochimsen steht für Gewandtheit und kabarettistische Klasse.
Schwarzwälder Bote

Muss man eigentlich noch irgendjemandem sagen, wie wunderbar Jess Jochimsen ist? Und all denen, die es nicht wissen: er ist grandios komisch! Er ist der Beste seiner Generation.
Kölner Stadt-Anzeiger

 

Programm Für die Jahreszeit zu laut"

 

Er ist ein Melancholiker vor dem Herrn. Macht nichts, bekanntlich sind Melancholiker die besseren Humoristen. Dieser Jess Jochimsen ist der beste Beweis, dass es so etwas wie ein heiteres Verzweifeltsein gibt. Was er da auf der Bühne anreicht, man könnte es eine Art „Anti-Kabarett“ nennen. Aber vielleicht braucht das ja auch keinen Namen.produzieren.
Jochimsen pflegt einen leisen Spott, eine leise Ironie, einen leisen Sarkasmus. Das ist smart, doch frei von linkem Schick. Er legt den Finger nicht auf das Unbehagen an der Kultur, gar den Untergang des Abendlandes, dafür auf das Unbehagen an der allgemeinen Verblödung und mitten hinein in das Getriebe der „Blödmachinen“, die all den Schwachsinn produzieren.
Gäubote

Intelligent, nachdenklich, sinnlich, im geschmacksverstärkten Massenmarkt der Bühnen-Humoristen ist der Mittvierziger die edle Zartbitter-Schokolade.
Hockenheimes Tageszeitung

[W]ie die wohltuende Ausnahme. Mit peotischem Talent, präziser Beaobachtung und höchst amüsanten Begebenheiten kommt der in Freiburg lebende Kabarettist, Autor, Musiker und Fotograf daher.
Südkurier

Jess Jochimsen hält sein Publikum auf Trab. In teils raspelkurzen Sätzen werden Familie, Facebook, Wirtschaft und der Medienlärm im politischen "Lehrersprech" aufs Korn genommen.
Badische Zeitung

Jess Jochimsen ist keineswegs seicht. Oder bietet harmlose Comedy. Sein Programm hat Biss. Er redet nicht viel drumherum, seine Pointen treffen. Dieser Freiburger Kabarettist spricht zwar mit Engelszungen, in seiner Botschaft aber versteckt sich der Teufel, der verschmitzt, pechschwarz und schonungslos den Finger auf politische oder gesellschaftliche Wunden legt.
Münchner Merkur

Mit spitzzüngigem Wortwitz plaudert Jochimsen so dynamisch im hemdsärmeligen Abschweimodus drauflos, dass er sein Publikum sofort am Haken hat. Der Feind des selbsterklärten Griesgrams: Der Krach unserer Tage. Damit sind nicht nur Handy-Headsets und Laubbläser gemeint, sondern das ganze Fortschritts- und Wachtumsgedöns der ewigen Besserwisser, Kraftmeier und Zukunftstreiber mit ihren Zeitfenstern und Lebensleistungen. "Die Welt hausmeistert dich an - dann doch lieber Misstrauensvotum gegen Lärm und Wind, um Platz zu machen für Ungehörtes" - so Jochimsens Motto.
Weil das nur mittels Entschleunigung und freiem Gedankenflug funktioniert, hat der Wahl-Freiburger schräge Texte, böse Lieder und skurrile Stadtrand-Dias mitbegracht, die allesamt das Groteske und Tragikkomische aus dem Alltag schälen. Eine bundesdeutsche Momentaufnahme der besonderen Art ...
Das alles ist extrem witzig und kurzweilig, weiß Jochimsen in seinem Jahrezeiten-Zyklus doch den modernen Wahnwitz wunderbar versponnen gegen den Strich zu bürsten, wobei die Pointe so fein- wie hintersinnig in der Lücke steckt.
Badische Zeitung

Anwalt der stillen Helden.
Probsteier Anzeiger

 Jochimsens Bilder sind, wie seine Geschichten auch, klar und voll melancholischen Humors und verhehlen bei aller Bitterkeit und dokumentarischen Schärfe nie den mitfühlenden, liebevollen Blick.
Kieler Nachrichten

 Schon der Frühling klingt depressiv [...] Glaubt man den restlichen Jahreszeiten, scheint sein Leben durchgängig melancholisch zu sein. Kein Wunder also, dass Jochimsen dem Alltag am liebsten Lebewohl sagen will. Doch was ihm Leid zufügt, ist für die Zuschauer pure Freude. Im Bauch bleibt ein Gefühl, das er wie ein Mantra heraufbeschworen hat: ’Wir machen es uns schön.
Hannoversche Allgemeine Zeitung

Jochimsen, aufmerksamer Beobachter von Absurditäten, macht keine Späße zum Brüllen, obwohl es gerade bei seinen bizarren Bildern aus Stadtrandzonen, auch Lachsalven gab. Vieles ist leise, subtil, feinsinnig. Die Bedachtsamkeit ist Programm: Dem aufdringlichen Gedröhn und Gezeter der (Medien-)Welt verweigert sich Jochimsen, er setzt Entschleunigung dagegen. Nimmt Tempo raus, dreht und wendet die Dinge, mit der aufklärerischen Absicht des klassischen Kabaretts, klug gegen den Strich. [...] Bei alldem hört man Jochimsen gerne zu. Sein Held ist Melvilles literarische Figur Bartleby, die immer nur sagt: ’Ich möchte lieber nicht.’ Das Thema ist akut: Warum im Hamsterrad mitdrehen? Jochimsen setzt eigenes Nachdenken in Gang.
Hessische | Niedersächsische Allgemeine

 

Programm „Vier Kerzen für ein Halleluja"

 

Gut anderthalb Stunden lang präsentierte er in Wort, Bild und Ton seine raffiniert verpackten Gedanken, wühlte völlig unspektakulär in den alten Schubladen seines persönlichen Lebens, ergänzt mit aktuellen Missständen aus Politik und Gesellschaft. Dabei löste er aufgeflammte Katastrophen mit musikalischen Finessen an Gitarre und Akkordeon und "Wegwerf-Liedern" einfach in Wohlgefallen auf.
Oberhessische Zeitung

Jess Jochimsens Humor ist subtil, sein Kabarett feinsinnig. Er versteht es brillant, Spannung auf- und Stress abzubauen.
Göppinger Kreisnachrichten

Jugenhaft und verschmitzt wirkt das Multitalent [...]: er spielt nicht nur souverän Gitarre und diatonisches Knopfharmonium, sondern auch auf der Klaviatur des schwarzen Humors.
Kreis-Anzeiger

Jess Jochimsen beherrscht die Kunst, ein kompliziertes Gefüge auf einfache Fragen zu reduzieren. [...] Er ist ein Querdenker, verändert den Blick auf scheinbar unverrückbare und über Generationen weitergegebene Normen. Und er ist ein Meister der Erinnerung.
Landshuter Zeitung

 

Programm „Durst ist schlimmer als Heimweh"

 

Jochimsen ist erwachsen geworden. Weniger lustig. Aber eben ungleich komischer. Und wenn er von einem Essen bei Freunden erzählt, vom Smalltalk über Dunstabzugshauben und das neue Laminat, vom guten Rock'n'Roll, wo es noch "ums Vögeln und um Drogen" ging, und von dem "kleinen bisschen Sicherheit", das Bands wie Silbermond mit unerklärlichem Erfolg besingen - dann spürt man, dass es ihm mit seiner Kunst dem Anschein zum Trotz nicht um den Rückzug ins Private geht. Für Jochimsen ist das Private immer noch politisch.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Für Freunde von derben Witzen und Schnellschuss-Pointen war dieser Abend weniger, genau genommen gar nicht geeignet. Aber alle, die feinsinnigen Humor pflegen, die Hintersinnigkeit und Sprachgenauigkeit mögen, einen Hang zum Tragik-Komischen haben, die waren goldrichtig.

Rheinische Post

Im Rahmen der Augsburger Kabaretttage überzeugte der 38-Jährige bei seinem Auftritt in der gut besuchten Kresslesmühle als vielseitiger Künstler: Spontan und improvisierend wie im Thekengespräch, Rezitator eigener, ausgefeilter literarischer Miniaturen, Sänger, der sich selbst auf Gitarre und Akkordeon begleitet und "Alltagsfotograf", der dem Topos "Diavortrag" seinen Schrecken nimmt. Wie nur wenige Kollegen versteht es Jess Jochimsen, das Verräterische und Grotekse aus unserer Altagssprache herauszulesen.

Augsburger Allgemeinen

Jochimsen zeigt sich auch in seinem fünften Kabarettprogramm ganz auf der Höhe der Zeit, spottet über den aalglatten Mainstream der Jungen und über die immergleichen Sprüche der Alten, spürt im banalsten Alltag die witzigste Pointe auf und hat den Mut, sich dezidiert jenseits der politisch Korrekten zu bewegen: großer Applaus.

Badische Neueste Nachrichten

Mit seiner erfrischenden Art führte er das Publikum durch sein Programm. Er erzählter groteske Kurzgeschichten, schrie und flüsterte abwechselnd bizarre Glossen und nahm die Politik und Gesellschaft gleichermaßen auf die Schippe. Dabei verlor der Kabarettist jedoch nie seine Zuschauer aus den Augen, immer kommunizierte er mit ihnen und überraschte sie mit improvisierten Statements. Jochimsen war nicht nur musikalisch, was er mit dem Griff zu Akkordeon und Gitarre und seinen selbst geschriebenen Songs unter Beweis stellte. Was er bot war nicht das übliche Kabarett nach altbekanntem Muster, sondern eine vielseitige Show, die durch ihre verschiedenen Elemente sehr abwechslungsreich war.

Bergsträsser Anzeiger

Filigran ist das Netz, das Jochimsen in seinen Texten, Liedern und Geschichten spannt. Er besticht mit einer kunstvoll inszenierten deutschen Momentaufnahme.

Bonner Rundschau

Kabarett ganz anders: Reden über den Zustand des Landes
Jess Jochimsen ist ein Redner. Oder ist er ein Plauderer? Oder doch ein Sprecher? Auf jeden Fall redet er mehr als zwei Stunden bei seinen Auftritten, wie jetzt beim Kabarett-Sommer im Lübecker Theater. Er plaudert, und er spricht über den Zustand des Landes. Das ist kein Kabarett mit heftigen politischen Breitseiten oder mit Lachzwang. Es ist vielmehr eine manchmal fast poetische Bestandsaufnahme der Zustände, todtraurig und witzig, vor allem aber immer geistreich.
Wenn man in seinen der Realität abgehörten Dialogen von Yuppies beim Abendessen überhaupt von Geist reden kann. Jochimsen nimmt diese Generation X wunderbar auf die Schippe, er steht hier in direkter Tradition von Karl Kraus: Nichts ist entlarvender als das wörtliche Zitat.
Jochimsen ist auch ein Meister des unvollendeten Satzes. Mit dieser nervösen Form der permanenten Andeutung kann er dann auch die Hibbeligkeit seiner Generation trefflich darstellen. Am besten ist Jochimsen aber immer, wenn er kleine Geschichten aus kleinsten Motiven heraus entwickelt und über diverse Umwege zu Einschätzungen der Lage in der Bundesrepublik Deutschland kommt. Von hinten durch die Brust ins Auge geschossen sind diese Argumentationsketten.

Lübecker Nachrichten

 

Programm „Das wird jetzt ein bisschen weh tun"

 

Zwischen Country und Indie, Kierkegaard und Genazino, den Fabelhaften Bakerboys und Mouse on Mars. Sensationell!

Rheinische Post

Da scheinen sich zwei echte Rampensäue gefunden zu haben, deren brillantes Zusammenspiel in einer intelligent, weil realitätsnah inszenierten "Dr. Jekyll und Mr. Hide"-Mischung zwischen Melancholie und Ausrasten den Wahnsinn des ambivalenten Alltags eindrucksvoll entlarvt, in welchem sich jeder schlecht oder recht zurechtfinden muss, der im ungezügelten Individualismus der westlichen Gesellschaft seinen Platz zu finden trachtet.

16 VOR Nachrichten aus Trier

Jochimsen und Bendiks sprechen, spielen und singen sich die nationale Beulenpest vom Leib und tun am Ende mit ihrem Rock'n'Roll-gereinigten Deutschland gut.

Donau Kurier

Jess Jochimsen und Sascha Bendiks entwickeln auf der Bühne einen genialen, einmaligen Mix aus Aberwitz und Melancholie, Musik und Sprache. Sind frech und freundlich. Die mag man gern mit ihrer großen Klappe. Bendiks Lieder passen zu Jochimsens Geschichten wie der Pudding zum Streuselkuchen: So ist er am besten! Ihr Programm ist hochprofessionell und zudem reich an Stimmungen und Überraschungen. Das zeichnet es aus. Eine nie gehörte Softvariante von „Highway to Hell" lässt die Leute fast aus ihren Stühlen kippen: „AC/DC! Yeah!"
Das macht Laune: Klavier, Gitarre, Trommel mit zwei kleinen und einem winzig kleinen Becken, zwei Stimmen, vier Hände, vier blaue Scheinwerfer, zwei brennende Zigaretten und eine Riesenportion Spielfreude sind wohl recht gute Zutaten für einen solchen Abend.

Goslarsche Zeitung

Jess Jochimsen und Sascha Bendiks, das beste Zweimann-Hardrocktrio auf deutschen Comedybühnen, haben einen ganzen Beutel voller garantiert wirksamer Medikamente gegen das letzte Aufgebot der Wohlstandsgesellschaft im Gepäck: witzige Texte, Dias und Rock 'n' Roll und „Mutmachlyrik" von Rilke.

Neue Westfälische

Jess Jochimsen und Sascha Bendiks reden, poetisieren, pointieren und singen in einer solchen Geschwindigkeit, dass es im Publikum mucksmäuschenstill ist – vor lauter Angst, man könnte irgendetwas verpassen in dieser Dia-Show mit Texten aus dem Poesiealbum, Liedern wie der kuschelrockfähigen Version von „highway to hell" von AC/DC und dem „g'scheit traurigen" Country-Song über das Sterben in der Familie, dem Liebeslied aus der Spätphase Barbaras mit dem Titel „Betty" und Sätzen aus der Jochimsen-Sätzesammlung, die eingeteilt ist in Sätze, die niemals funktionieren – „Ich übernachte bei einem Kumpel", Sätze, die in jedem Meeting fallen – „Im Landesinneren ist Mallorca ja zauberhaft" – und Sätze, die man im Laufe seines Lebens einmal gesagt haben sollte – „Pack Deine Sachen und geh".

Heidenheimer Zeitung

Jess Jochimsen und Sascha Bendiks feierten mit ihrem Programm "Das wird jetzt ein bisschen weh  tun!" Vorpremiere in Haltern. Publikum erklatschte zwei Zugaben Haltern. Warum stehen keine Tramper mehr an den Autobahnauffahrten? Warum gibt es kein kollektives Saufen mehr am Freitagabend? Es ist zwecklos, man kann den Deutschen diese besondere Philosophie der Lebensfluchten einfach nicht mehr begreiflich machen. Denn wir sind jetztPapst - und Deutschland. In Anspielung auf die neue National- und ehemalige Nazi-Kampagne sind "Rausch und andere Fluchten keine anerkannten Auswege mehr". Behaupten zumindest Jess Jochimsen und Sascha Bendiks, die mit ihrem Programm "Das wird jetzt ein bisschen wehtun!" das Mysterium des neuen deutschen Nationalgefühls erklären. Mysterium deshalb, weil nichts besser wird, "aber alle sitzen bleiben und keiner das Maul aufkriegt".

Egal, ob Heerscharen von Nordic Walkern die Asphaltdecken der Straßen zerlöchern. Oder aus Wehrdienstverweigerern Controler für Arbeitsabläufe werden. Jess Jochimsen, dem Kulturboitel-Publikum bereits als Solist bekannt, kam diesmal mit einer musikalischen Hälfte, zwei Dia-Serien und drei eigenen Büchern. Sascha Bendiks begleitete das Programm musikalisch-grandios am Klavier, an E- und Lapsteel-Gitarre. Und so droschen die beiden nicht nur auf Tasten und Schlagzeug, sondern auch auf deutsche Befindlichkeiten ein.

Denn im Hartz-IV-Land regiert mehr soziale Kälte und wenig Protest. Viele, die früher renitent und a aufmüpfig waren, bleiben heute sitzen. Zum Beispiel Kurt Strunzenegger, der alte Dorfquerulant, der sich nie was hat gefallen lassen und sogar dem lieben Gott einen Protestbrief auf den Bierdeckel geschrieben hat, dass die Geschichte mit seinem Sohn ein "blöder Schmä" ist. Und das ausgerechnet in Bayern, wo es nie freie Wahlen gab, weil die Kette mit dem Kugelschreiber so kurz war, dass man auf dem Wahlzettel nur die CSU ankreuzen konnte.
Zweifel am mangelnden Nationalstolz räumt das Duo gnadenlos aus dem Weg. Kritik ist ja schön und gut, aber man muss auch mal lachen können. Schließlich endet das Gemeinschaftsgefühl nicht an der bundesdeutschen WC-Tür. Denn dort steht immerhin: "Für Lehrerinnen und Behinderte".

Westdeutsche Zeitung

 

Programm „Flaschendrehen und andere miese Bräuche"

Jess Jochimsen & Sascha Bendiks

 

Zusammen sind sie ein echtes Traumpaar – nicht verpassen!

Hamburger Morgenpost

Flaschendrehen! Welchem Anfangdreißiger treibt die Erinnerung an „damals" und diese miesen Jugendbräuche nicht ein paar Nostalgie-tränchen in die Augen? Jess Jochimsen weiß wieder einmal sein junges und altes Publikum auf eine kleine Zeitreise zu entführen. Gemeinsam mit Sascha Bendiks erzählt er von lustigen und weniger lustigen Jugenderinnerungen, in denen Nena „die" Frau war, als die Pubertieren-den das Küssen mit Atemtechnik mühsam aus der Bravo lernen mussten. Als Feten um 16 Uhr im von Eltern hermetisch abgeriegelten Hobbyraum im Keller die wichtigsten Ereignisse im Leben eines 14-Jährigen waren. War früher alles besser? Liegt es am Trend der Zeit, an unserer Schnelllebigkeit, dass wir uns so gerne auf die Geschichten aus der „guten alten Zeit", nämlich den goldenen Achtziger stürzen? Antworten auf diese Fragen weiß Jess Jochimsen auch nicht. Aber der gute Jess kann toll erzählen, irrwitzige Grimassen ziehen und dabei noch auf einer Elektro-Orgel namens Trio leiern. Dabei steht ihm Sascha Bendiks zur Seite und singt sanfte Balladen über das groteske Leben irgendwo zwischen Iron-Maiden T-Shirt, Spritzlappen und Soda-Streamer nebst Familienplanung. Spießigkeit kommt also mit den Jahren unweigerlich auf uns zu. Man fragt sich immer: Woher weiß er das nur? Jess hält gekonnt allen einen fiesen Spiegel vor, gleichzeitig streichelt er sein Publikum mit witzigen Episoden, die jeder in seinem Alter selbst schon mal irgendwie erlebt hat. Die Musik von Sascha Bendiks ist zweifelsohne das Tüpfelchen auf dem „i" an diesem Abend. Er hat das Händchen für die „Verdammt lang her"-Stimmung.

Mühldorfer Anzeiger

Die 80er oder: Retro reloaded
Er hat ein zwiespältiges Verhältnis zu seiner Vergangenheit. „Früher war alles besser", sagt Jess Jochimsen einmal an diesem Abend. Und er meint: die Zeit seiner Pubertät. Die 80er-Jahre. Er denkt gerne an sie zurück. Auch wenn es eine Zeit der „miesen Bräuche" war. Flaschen-drehen zum Beispiel. Mit wohligem Grusel schildert Jochimsen die Qualen, die er als junger Jess auszustehen hatte: als der Schlund der Cola-Flasche ihn auserwählte, mit der dicken Astrid den Zungenkuss zu machen. Der Fußballkrieg gegen die 6 b, die Fernsehangst vor Karl-Heinz-Köpcke, alles so dramatisch, dass man Mitleid mit dem armen Kerl auf der Bühne bekommt („Ooah" macht's im Publikum) und gleichzeitig die Ironie der Inszenierung genießt.

Badische Zeitung

Was für ein wunderbarer Heidenspaß! Offensichtlich haben sich da zwei echte Rampentiger gefunden, die als brillante Einzelkünstler längst ihre eigene Fangemeinde erobern konnten: Jess Jochimsen als Kabarettist und Buchautor, Sascha Bendiks als Musiker, Sänger und Texter. Vereint scheinen die beiden "Anfangs-Dreißiger" aus Freiburg schlichtweg unschlagbar - auf alle Fälle lag ihnen das Osterfeld-Publikum beim ersten gemeinsamen Auftritt in der Goldstadt regelrecht zu Füßen.
Pforzheimer Zeitung

Meisterhaft gelingt es dem Duo, selbst traurige Geschichten in lustige zu verwandeln – und umgekehrt. Egal, ob Jochimsen die Studentin Dörte besingt, die sich als „Ausweg aus der Spaßgesellschaft" entpuppt, oder sich über seine ersten Erfahrungen mit dem Medium Fernsehen auslässt, seine Geschichten sind immer überraschend, mit einem Hauch von Tragik, melancholisch aber vor allem witzig. Unterstützt wird er dabei von Sascha Bendiks, der am Klavier und an der Gitarre Lieder über Träume, die Liebe und natürlich über Frauen zum Besten gibt. Ein lässiges Patchwork aus Texten, Musik und Dia-Show.

Kurier Achim

 

Programm „Das Dosenmilch-Trauma"

 

Beängstigend. Woher weiß der das. Kann der in meine Erinnerung reinschauen? (...) Wer als Spätzwanziger/Frühdreißiger bei Jess Jochimsen im Kabarett sitzt, dem wird es ständig so vorkommen, als würden da die intimsten Katastrophen der eigenen Adoleszenz auf der Bühne ausgebreitet. Oder haben wir in dieser fürchterlichen Pubertät wirklich alle dasselbe erlebt? Impotenzängste, Pickel-Overkill, Klamotten-Frust: „Du bist doch der mit den Wollfäustlingen, oder?". Eine schlimme Zeit. Hinterher kann man natürlich drüber lachen, erst recht, wenn einer wie Jochimsen von seinem/unserem Erwachsenwerden erzählt.

Süddeutsche Zeitung

Wunderbar an diesem rasanten Abend nicht nur seine musikalischen Einlagen, sondern vor allem das neue Element und Hassobjekt der Diashow: Dutzende Bilder aus Deutschland über Frohsinn und „sexy Marktwirtschaft" ohne Kommentar nur mit Countrymusik untermalt.

Ebersberger SZ

Sein neuestes Solo ist schlichtweg hinreißend. Mit entwaffnendem Charme, gewiefter Schlagfertigkeit und frecher Süffisanz kündigt er selbstironisch an, was er früher „am meisten liebte und hasste: Geschichten vorlesen und Dia gucken".

tz München

Sein vielschichtiges Programm übersättigte nicht durch Reizüberflutung, sondern ließ einen mit Respekt zu bedenkenden Eindruck eines vielseitig talentierten Künstlers zurück.
Südkurier Wochenblatt

Jochimsen steigt als großartiger Mime und Komiker in die Texte und schlägt dem Publikum eine Pointe nach der anderen um die Ohren. Glanzpunkt der neuen Anarcho-Klamotte ist ein „Road Movie", in dem Jochimsen Dias aus dem deutschen Schilder-Absurdistan zeigt und die Show mit verquerem Gitarrenspiel und staubtrockenen Kommentaren unterlegt. Hier offenbart der smarte Tiefdenker sein Händchen für treffsicheren Comedy-Mehrwert und schiefsitzende Seriosität.

Kölnische Rundschau

 

Programm „FRISS, VÖGEL ODER STIRB!"

 

Jess Jochimsen fühlt dem Zwanghaften derer auf den Zahn, die ihre Kinder antiautoritär erzogen. Das Schöne an dieser Abrechnung eines Neugeborenen ist: Jochimsen dreht ihnen daraus keinen Strick, mißbraucht den Generationswechsel nicht dazu, das Rad zurückzudrehen. Der Witz in seinem Programm „Friss, vögel oder stirb!" bleibt freundlich, weil er die Übertreibung des Gutgemeinten aufspießt. Die Pointen sitzen, und das Publikum lacht eben nicht nur über andere, sondern über sich selbst. Jochimsen hat sich jenseits von Autobiographie, Schmerz und Versöhnung eine aufregend neue Tonlage erobert. Dieser Freiburger spielt in der ersten Liga.

Badische Zeitung

Jess Jochimsen belegte mit hinterhältig charmanten, aber rotzfrechen Monologen, daß im Kabarett inzwischen auch die 68er-Generation nicht mehr unantastbar ist. Die Vielseitigkeit von Jochimsen belegten neben seiner überwältigenden Bühnenpräsens, seine Schlagfertigkeit, sein Witz und sein musikalisches Talent. Rasante Rollenwechsel, scheinbar spontane Improvisationen und Songs, zu denen er sich abwechselnd auf einer orangen E-Gitarre, einem Akkordeon oder einer Mundharmonika begleitete, hielten das Publikum in Atem. In seiner Abrechnung mit den 68ern bot er intellektuell unterfüttertes Kabarett, das auch noch verdammt viel Spaß bereitete. Jochimsen ist ein Nachwuchs-Kabarettist mit Format und Potential.

Wetterauer Zeitung

Jochimsen schlägt ein neues Kabarett-Kapitel auf, nämlich das der politisch-literarischen Comedy, die sich gravierend von der Sex-Gag-Unterhaltung im TV unterscheidet.

Augsburger Allgemeine Zeitung